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Integrationsfachdienst Gießen besteht seit 20 Jahren (Gießener Anzeiger, 26. September 2016)

Foto 20 Jahre IFD Foerderverein Giessen
Magnus Schneider, Alexandra Hüge und Andreas Büscher feiern das 20-jährige Bestehen des Integrationsfachdienstes Gießen. Foto: Maywald

GIESSEN - (fm). "Wir sind der richtige Ansprechpartner bei allen Fragen im Bereich Schwerbehinderung, Rehabilitation und Arbeitsleben", erklärt Andreas Büscher, Leiter des Integrationsfachdienstes (IFD) Gießen. "Wir beraten behinderte Arbeitnehmer und deren Arbeitgeber in allen Fragen der Eingliederung."

Zusammen mit Alexandra Hüge, die den Bereich Vermittlung im IFD leitet, und dem Vorstand der Lebenshilfe, Magnus Schneider, blickte Büscher gestern auf die 20-jährige Erfolgsgeschichte des IFD zurück. Für ihn gibt es in ganz Hessen neben Gießen "keinen Fachdienst, der so gut ausgebaut ist". Allein im Bereich Vermittlung sind sieben der insgesamt elf IFD-Mitarbeiter tätig.

Unterm Strich hat der IFD in den letzten zwölf Jahren 289 Menschen mit geistigen, psychischen und seelischen Erkrankungen, mit intellektuellen Behinderungen und Hörbehinderungen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt. Solche Schwerbehinderungen machen rund 75 Prozent der im Sozialgesetzbuch IX definierten Zielgruppe aus. Laut Alexandra Hüge kommen die meisten aus der Stadt und dem Landkreis Gießen, ein Teil auch aus dem Vogelsberg-, Lahn-Dill- und Wetterau-Kreis. Aufgrund seiner Leistungen, die das hessische Integrationsamt als "vorbildlich" bezeichnet, hat der IFD Gießen auch in diesem Jahr vom Jobcenter Gießen den Zuschlag für eine Maßnahme erhalten, die zunächst für zwei Jahre angelegt ist. Vor 20 Jahren haben sich die Geschäftsführer dreier Träger aus der Behindertenhilfe - Andreas Büscher vom Förderverein für seelische Gesundheit, Magnus Schneider von der Lebenshilfe Gießen und der inzwischen pensionierte Klaus Hugo vom Verein zur Betreuung psychisch Kranker (heute Profile gGmbH) - zusammengetan, um sich gemeinsam für die berufliche Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt einzusetzen. Die Idee zu einer "zentralen Anlaufstelle" für Arbeitnehmer mit Behinderung und deren Arbeitgeber hatte Magnus Schneider. Vorher arbeiteten "vernetzte Arbeitskreise" nebeneinander her. Zudem sollten die Übergänge bei der Vermittlung aus der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) auf den ersten Arbeitsmarkt sowie die Begleitung und Beratung der integrierten Menschen und deren Arbeitgeber vereinfacht werden. In einem auf drei Jahre angelegten Modellprojekt sollten in den Jahren 1996 bis 1998 Schulabgänger mit Behinderung auf den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden. Der IFD Gießen wurde neben drei weiteren IFDs in Hessen (Frankfurt, Marburg und Kassel) zum Modellstandort gewählt. Damals kam Martin Schmidt zum Integrationsfachdienst und brachte das Modellprojekt nach drei Jahren erfolgreich zum Ende. Von 1998 bis 2001 schloss sich ein weiteres Modellprojekt an. In diesem konzentrierte man sich auf die Vermittlung arbeitsloser Menschen mit Behinderung. Als auch dieses Modellprojekt erfolgreich war, übernahm der Landeswohlfahrtsverband Hessen (Integrationsamt) die Regelfinanzierung.

Einig sind sich Büscher, Hüge und Schneider, dass geistig, psychisch oder seelisch erkrankte Menschen viel persönliche Unterstützung brauchen, weil sie schon kleinste Veränderungen an ihrem Arbeitsplatz emotional sehr belasten. Mit der Einführung des Sozialgesetzbuches IX wurden die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Rentenversicherung, die Gesetzliche Unfallversicherung und die Kriegsopferfürsorge verpflichtet, behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen zu unterstützen. Ab der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 war die GIAG (heute: Jobcenter Gießen) für die Vermittlung der meist langzeitarbeitslosen Menschen mit Behinderung zuständig. "Die gute Zusammenarbeit mit dem heutigen Jobcenter Gießen läuft mittlerweile im elften Jahr", sagte Hüge.

Der Integrationsfachdienst ist laut § 109 SGB IX zuständig für schwerbehinderte Menschen mit einem besonderen Bedarf an arbeitsbegleitender Betreuung. Betroffene Menschen können sich montags bis freitags telefonisch an den Integrationsfachdienst wenden.

Integrationsfachdienst (IFD) Gießen
Ludwigstraße 14
35390 Gießen
Telefonnummer: 0641/97576-20
Fax: 0641/97576-50
Web: www.ifd-giessen.de
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